UMM
> Hintergrund zur Studie

Der Einfluss von Emotionen auf das autonome Nervensystem: eine Beobachtungsstudie während Public-Viewing-Veranstaltungen zur Fußball-WM 2010

Studienhintergrund

Das autonome Nervensystem (ANS) spielt bei der Anpassung unseres Körpers an umweltbedingte Veränderungen und Herausforderungen eine zentrale Rolle, indem es flexibel lebenswichtige Organprozesse (vegetative Prozesse) reguliert. Das ANS besteht aus zwei Teilsystemen, dem Parasympathikus und dem Sympathikus. Der Parasympathikus ist verantwortlich für Regeneration und Erholung, während der Sympathikus körpereigene Reserven aktiviert. Im Idealfall herrscht zwischen diesen beiden Gegenspielern ein Gleichgewicht.

Ein Maß für dieses Gleichgewicht ist die sogenannte Herzfrequenzvariabilität. Eine hohe Variabilität der Herzfrequenz deutet darauf hin, dass der Körper in der Lage ist, über das ANS die Herzschlagrate an körperliche oder psychische Erfordernisse adäquat anzupassen. Eine niedrige Herzfrequenzvariabilität ist hingegen ein Zeichen für eine verminderte Aktivität des Parasympathikus und stellt nach heutiger Erkenntnis einen Risikofaktor für Herz-Kreislauf- und weitere chronische Erkrankungen dar. Allerdings ist bislang nicht eindeutig geklärt, in welchem Ausmaß und nach welchen zeitlichen Mustern Emotionen die Aktivität des Parasympathikus beeinflussen.

Studienziel

Hauptziel der Studie ist es, die Auswirkungen von positiven und negativen Emotionen auf das autonome Nervensystem (ANS) durch Messung der Herzfrequenzvariabilität (HRV) in einem natürlichen Umfeld zu untersuchen.

Wir möchten in unserer Studie folgende Fragestellungen beantworten:

Unterscheiden sich starke positive und negative emotionale Situationen hinsichtlich ihrer Wirkung auf das autonome Nervensystem?

Welche Faktoren (z. B. Nikotin, Alkohol oder individuelle Emotionsregulationsfähigkeiten, Persönlichkeitsmerkmale) beeinflussen diesen Zusammenhang?

Wie unterscheidet sich die Schwellenstärke eines emotionalen Reizes zwischen Personen?

Inwieweit wird diese Schwelle durch verschiedene Determinanten, wie z. B. durch Alkoholkonsum, verschoben?

Developed by © XIAG